
Das Kabelwerk Köpenick an der Friedrichshagener Straße wird zu einem modernen Wohn- und Gewerbequartier umgebaut. Geplant sind rund 900 bis 920 Wohnungen, eine Kita sowie Gastronomie und Büros, ergänzt durch einen neuen Uferweg entlang der Spree. Diese Umwandlung des ca. 66.000 Quadratmeter großen Geländes ist ein langfristiges Projekt, das auf die Verwandlung eines seit 1994 ungenutzten Areals abzielt. Berliner Kurier berichtet, dass die Bauarbeiten jedoch erst nach einer umfassenden Sanierung des mit Altlasten belasteten Bodens starten können.
Die Schadstoffsanierung hat bereits im Oktober 2024 begonnen und umfasst den Rückbau maroder Gebäude sowie die fachgerechte Entsorgung von kontaminiertem Bodenmaterial. Der gesamte Sanierungsprozess soll etwa 15 Monate in Anspruch nehmen. Zusätzlich werden denkmalgeschützte Hallen erhalten, und das Pförtnerhäuschen bleibt Bestandteil des neuen Quartiers. Architekten von „gerkan, marg und partner“ planen eine harmonische Verbindung zwischen Alt und Neu, indem historische Backsteinbauten in funktionale Lofts und Büros transformiert werden.
Umfangreiche Planungen für das neue Quartier
Das bestehende Bebauungsplanverfahren 9-53 wird vom Bezirk Treptow-Köpenick geleitet und ist der nächste Schritt, bevor die Bauarbeiten beginnen können. Für den Baustart ist frühestens das Jahr 2026 vorgesehen, was die Planungen für das neue Wohnprojekt unterstreicht. In diesem Zusammenhang ist es auch vorgesehen, dass etwa 30 Prozent der neuen Wohnungen als geförderte Mietwohnungen angeboten werden. Eine Kita ist für etwa 80 Kinder vorgesehen und es wird eine zentrale Plaza sowie ein Boulevard für die Öffentlichkeit entstehen.
Die BUWOG, Tochtergesellschaft der Vonovia SE, führt die Bodensanierung durch und hat über 70 Jahre Erfahrung im Wohnimmobilienbereich. Ihr Engagement spiegelt sich in einer Development-Pipeline von rund 55.000 Wohneinheiten wider, die bundesweit angestrebt wird. BUWOG hebt hervor, dass auf dem Gelände auch nicht störendes Gewerbe wie Dienstleistungsbetriebe, Gastronomie und Künstlerateliers Platz finden wird.
Geschichte des Kabelwerks Köpenick
Das Kabelwerk wurde 1858 gegründet und entwickelte sich über die Jahre zu einer bedeutenden Produktionsstätte für Kabel. In der DDR-Zeit war es Teil des Kombinats Kabelwerk Oberspree (KWO). Nach der Schließung der Anlagen in den 1990er Jahren verfiel das Areal zunehmend und wurde zum Ziel der städtebaulichen Erneuerung. Die Stadtentwickler zeigen sich optimistisch hinsichtlich der neuen Nutzungsmöglichkeiten und unterstützen die Integration von kommunalen Akteuren in den Entwicklungsprozess.
Die Transformation des Areals stellt nicht nur eine städtebauliche Herausforderung dar, sondern auch eine Chance, notwendige Wohn- und Lebensräume zu schaffen, die den Bedürfnissen der lokalen Bevölkerung entsprechen. Während die Planungen voranschreiten, wird auch die Notwendigkeit unterstrichen, innovative Ansätze in der Stadtentwicklung zu verfolgen und die Erfahrungen der Vergangenheit für eine nachhaltige Zukunft zu nutzen.