
Am Samstagmorgen, dem 29. März, erlebte Michael Ölze bei einem Spaziergang mit seinem Hund Kody eine außergewöhnliche Begegnung. Auf einem Feld in Fahrland, nahe Potsdam, entdeckte er einen Wolf. Die Begegnung, die Ölze als unbedrohlich beschrieben hat, sorgte für Aufregung, als er sein Erlebnis filmte und das Video in sozialen Medien teilte. „Es war ein beeindruckender Moment“, erklärte Ölze und hebt hervor, dass er sich auf die Situation besonnen verhielt. Er rief Kody zu sich, während der Wolf in sicherem Abstand folgte und schließlich verschwand, als sie eine Straße erreichten. Die Experten der Heinz Sielmann Stiftung und des Landesamts für Umwelt (LfU) bestätigten die Möglichkeit, dass es sich um einen Jungwolf handeln könnte.
Ölze ist sich sicher, dass der Wolf zum Rudel in der Döberitzer Heide gehört, einem Gebiet, das seit 2020 als Wolfsschutzgebiet bekannt ist. In der gesamten Region Brandenburg gibt es aktuell insgesamt 58 Wolfsrudel. Im Jahr 2024 wurden mehr als 1000 Angriffe auf Nutztiere verzeichnet, was die Diskussion um den Umgang mit diesen Tieren befeuert. Die Landesregierung plant, den Schutz dieser Tiere zu lockern, um deren Population durch gezielte Tötungen zu regulieren.
Das Wolfsschutzgebiet Döberitzer Heide
In der Döberitzer Heide, die in unmittelbarer Nähe zur Hauptstadt Berlin liegt, hat sich ein stabiler Lebensraum für Wölfe etabliert. Peter Nitschke, Leiter von „Sielmanns Naturlandschaft“, berichtet, dass im dortigen Rudel bis zu sieben erwachsene Wölfe und insgesamt zwischen 10 und 15 Tiere leben. Das erste Wolfsrudel wurde im Jahr 2006 im Süden Brandenburgs gesehen, und die Zahl der Wölfe in der Region hat seither kontinuierlich zugenommen. Informationen über die Wölfe stammen häufig von Wildtierkameras sowie von Wanderern, die die Tiere beobachten.
Ölze, der in seiner Begegnung mit dem Wolf Ruhe bewahrte und Techniken eines Hundeverhaltenstrainers anwandte, empfiehlt anderen, ebenfalls gelassen zu bleiben und respektvoll mit der Natur umzugehen. „Wir müssen lernen, richtig zu reagieren“, so Ölze. Er betont, dass Aufklärung über den Umgang mit Wölfen dringend notwendig ist und fordert mehr Informationsveranstaltungen zu diesem Thema, die bald stattfinden sollen.
Herausforderungen für Nutztierhalter
Trotz des anhaltenden Schutzes sorgen die Wölfe für Unsicherheit unter Nutztierhaltern. Mit der Rückkehr der Wölfe in die Region gibt es berechtigte Bedenken hinsichtlich der Sicherheit von Schafen und anderen Weidetieren. In Reaktion darauf unterstützt die brandenburgische Regierung den Einsatz von wolfssicheren Zäunen und Herdenschutzhunden, um das Risiko von Übergriffen zu minimieren.
Nitschke betont, dass Wölfe nicht in städtische Gebiete dringen wollen und menschliche Siedlungen meist meiden. Dennoch kann eine ungewollte Begegnung mit einem Wolf zu einem spannenden, aber auch angstauslösenden Erlebnis führen. In solchen Fällen empfiehlt es sich, groß zu wirken und Geräusche zu machen, um den Wolf zu vertreiben. Wölfe sind Scheuer und bevorzugen Ruhe und Rückzug in natürliche Lebensräume, wo sie Nahrung finden können.