
Der öffentliche Nahverkehr in Mecklenburg-Vorpommern wird derzeit von einem umfassenden Warnstreik erfasst. Dieser Streik, der bis Mittwoch, den 19. März, andauern wird, führt dazu, dass Busse und Straßenbahnen weitgehend stillstehen oder nur eingeschränkt verkehren. Die Gewerkschaft ver.di hat dieses vorläufige Scheitern der Verhandlungen mit dem kommunalen Arbeitgeberverband MV bekanntgegeben und fordert ein neues Angebot bis Mittwoch um 18 Uhr. Die Situation ist angespannt und betrifft alle Landkreise, mit Ausnahme der Verkehrsgesellschaft Vorpommern-Greifswald und der Anklamer Verkehrsgesellschaft. Zudem wird während des Warnstreiks eine Urabstimmung über unbefristete Streiks durchgeführt, deren Ergebnis am 20. März verkündet wird, wie NDR berichtet.
Insgesamt zeigt der Landkreis Nordwestmecklenburg ein eingeschränktes Fahrplanangebot mit tagesaktuellen Änderungen, während die Stadtverkehr Wismar lediglich eingeschränkt auf Linien 12, 13, 14, 15, 16 und 18 fährt. In Schwerin entfallen alle Fahrten auf Straßenbahn- und Buslinien komplett. In Rostock hingegen hat die Rostocker Straßenbahn AG einen Notfallplan entwickelt, sodass einige Linien, wie die 102, 113, 121, und 200, nach einem regulären Fahrplan verkehren können. Auch der Stadtverkehr Stralsund ist betroffen, wobei Linie 60 im Halbstundentakt fährt und die Linien 8 und 9 durch Rufbusse bedient werden. Auf Rügen hielten einige Linien, wie der Inselbus Hiddensee, ihren regulären Fahrplan bei.
Hintergrund der Streiks
Der Warnstreik ist Teil einer umfassenden Bewegung, die zu höheren Gehältern und besseren Arbeitsbedingungen im öffentlichen Dienst drängt. Ver.di fordert eine Gehaltserhöhung von 430 Euro monatlich mit einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Arbeitgeber bieten hingegen nur eine rückwirkende Gehaltserhöhung von 2,5 Prozent ab dem 1. Januar 2025 an, ergänzt durch jährliche Erhöhungen bis 2027. Das durchschnittliche Gehalt eines Fahrers in Mecklenburg-Vorpommern beträgt aktuell 3.600 Euro brutto pro Monat. Die letzte Tarifsteigerung fand am 1. Juli 2024 statt, zusätzlich wurde die Wochenarbeitszeit von 40 auf 39 Stunden gesenkt.
Die Streiks stehen nicht für sich allein, sie sind Teil eines bundesweiten Aufrufs von ver.di, der auch andere Dienstleistungen im Gesundheits- und Sozialwesen erfasst. Am Streiktag, der auf den „Equal Pay Day“ fiel, nahmen rund 600 Beschäftigte in Schwerin und Stralsund teil, was die gelebte Solidarität innerhalb der Berufe unterstreicht. Die Polizei meldete 350 Teilnehmer in Schwerin und 250 in Stralsund. Der Streik verlief ruhig und friedlich, was zeigt, dass die Beschäftigten bereit sind, für ihre Rechte einzutreten, wie die Tagesschau berichtet.
Ausblick auf die Verhandlungen
Die Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst 2025 für Bund und Kommunen sind aktuell gescheitert, was zu weiteren Spannungen führen könnte. Die Arbeitgeber haben eine Schlichtung initiiert, die von einer 24-köpfigen Kommission begleitet wird, wobei ein Lösungsvorschlag erarbeitet werden soll. Der Schlichtungsprozess könnte eine entscheidende Rolle in der Beilegung der Konflikte spielen. Gewerkschaften und Arbeitgeber haben in vorherigen Runden ebenfalls die Forderungen nach besseren Entgelten und Arbeitsbedingungen formuliert, darunter eine Erhöhung um 8 Prozent sowie zusätzliche freie Tage. Diese Verhandlungen betreffen etwa 2,5 Millionen Beschäftigte im öffentlichen Dienst, was deren weitreichende Bedeutung unterstreicht, wie auf oeffentlicher-dienst-news.de dargelegt wird.