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Schweriner Einzelhändler kritisch: Neue Sonntagsöffnungszeiten umstritten!

Am 12. März 2025 zeigt sich die Geschäftswelt in Schwerin gespalten, nachdem die neue Öffnungszeiten-Verordnung in Kraft tritt. Diese Regelung erlaubt es Geschäften in touristischen Orten, von Mitte März bis Ende Oktober sonntags für sechs Stunden zu öffnen, sowie vom 17. Dezember bis 8. Januar. Ralf Kahn, ein Einzelhändler aus der Stadt, hat eine positive Haltung gegenüber dem neuen Welterbe-Titel Schwerins, der seit Juli 2024 verliehen wurde, und erhofft sich dadurch einen Anstieg der Besucherzahlen. Dennoch sind viele Händler skeptisch gegenüber den neuen sonntäglichen Öffnungszeiten.

Die Entscheidung über die Eintragung Schwerins in die Liste für die erweiterten Öffnungszeiten liegt beim Landeswirtschaftsministerium. Laut Kahn könnte die Prüfung durch das Ministerium bis zu einem Jahr dauern. In dieser Zeit drängt Oberbürgermeister Rico Badenschier auf eine schnelle Lösung, während Stadtpräsident Sebastian Ehlers (CDU) die bürokratischen Hürden kritisiert.

Händler verhalten sich skeptisch

Trotz der neuen Regelung halten viele Händler in Schwerin die Aussicht auf sonntägliche Öffnungen für wenig realistisch. Henner Schacht, Centermanager der Marienplatz-Galerie, bezeichnet die Möglichkeit, acht Monate lang sonntags zu öffnen, als „völlig utopisch“. Aktuell sind pro Jahr nur vier verkaufsoffene Sonntage vorgesehen, die an besondere Anlässe gebunden sind. Viele kleinere, inhabergeführte Läden zeigen zudem wenig Interesse an den erweiterten Öffnungszeiten.

Carina Klös von Goldschmied Nothdurft äußert, dass der Umsatz an verkaufsoffenen Sonntagen gering sei. Darüber hinaus war die Stadt zuvor gezwungen, eine Gebühr von knapp 100 Euro für die Teilnahme an diesen Sonntagen zu erheben, welche mittlerweile entfällt. Ironischerweise wurde der erste Advent in der neuen Regelung nicht länger als verkaufsoffener Sonntag angesehen, was von vielen als nachteilig bewertet wird.

Freiheit für die Händler

Antiquitätenhändler Paul Dinter zeigt sich unsicher, ob er an Sonntagen öffnen wird, betont aber den Wunsch nach Entscheidungsfreiheit über seine Öffnungszeiten. Um den Händlern entgegenzukommen, hat die Stadt eine Allgemeinverfügung erlassen, die es allen Einzelhändlern erlaubt, am 6. April von 13 bis 18 Uhr ohne Gebühr zu öffnen.

Insgesamt bleibt abzuwarten, ob die neuen Regelungen tatsächlich zu einer Belebung der Schweriner Innenstadt führen werden, angesichts der Bedenken und des Zögerns vieler Händler. Es zeigt sich, dass trotz eines positiven Ausblicks aufgrund der Erhebung zum Unesco-Welterbe, die praktische Umsetzung von Sonntagsöffnungen auf erhebliche Hürden stößt. Die Augen der Stadt und der Händler sind nun auf die Entscheidung des Landeswirtschaftsministeriums gerichtet, die vielleicht einen entscheidenden Schritt in die Zukunft Deutschlands Einzelhandelslandschaft darstellen könnte.

Weitere Informationen finden Sie auf Ostsee-Zeitung und dem Bundestag.

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