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Neues Masterprogramm in Rostock: Lösung gegen Lehrkräftemangel?

Am 2. April 2025 hat die Hochschule für Musik und Theater Rostock (HMT) ein neues und innovatives Studienprogramm ins Leben gerufen, das gezielt dem Lehrkräftemangel im Norden Deutschlands entgegenwirken soll. Der Schwerpunkt liegt auf einem einjährigen Masterprogramm mit dem Abschluss Master of Arts, das sich an Absolventen künstlerischer sowie instrumental- und theaterpädagogischer Studiengänge richtet, die bereits im Beruf stehen und einen Seiteneinstieg ins Lehramt anstreben. Dieses Programm wird als berufsbegleitend angeboten, was es den Teilnehmern ermöglicht, gleichzeitig ihren bestehenden Verpflichtungen nachzukommen und sich fortzubilden.

Die HMT sieht sich somit in einer vordringlichen Rolle im Kontext eines Problems, das zahlreiche Schulen in Deutschland bereits seit Jahren plagt. Laut einer Umfrage von Forsa aus dem Jahr 2023 konnten rund 50 Prozent der Schulen mindestens eine Stelle nicht besetzen, während 17 Prozent sogar drei oder mehr unbesetzte Stellen verzeichneten. Diese dramatische Teachermangel-Situation sorgt dafür, dass an vielen Schulen Unterricht ausfällt, Lehrkräfte Überstunden leisten müssen und die Klassenstärken ansteigen. Diese Entwicklung hat auch Auswirkungen auf die Unterrichtsversorgung und -qualität, insbesondere in sozial benachteiligten Regionen, wo häufig Lehrer ohne reguläre Lehramtsausbildung unterrichten. Die Ständige Wissenschaftliche Kommission der Kultusministerkonferenz hat dies als schwerwiegendes Problem identifiziert.

Erfolgreiche Rekrutierung

Das neue Masterprogramm der HMT scheint auf fruchtbaren Boden zu fallen. Das Interesse ist groß, denn der dritte Jahrgang begann mit 37 Studierenden, was eine Verdopplung im Vergleich zu den ersten beiden Jahrgängen darstellt. Dies deutet darauf hin, dass die HMT als Vorreiter in der Ausbildung neuer Lehrkräfte fungiert und möglicherweise als Modell für ähnliche Weiterbildungsmasterstudiengänge in ganz Mecklenburg-Vorpommern dienen könnte. Unter den Studierenden sind wissbegierige Talente, die aus Ländern wie Chile, Kasachstan, Russland und Kolumbien stammen, was die Internationalität und Vielfalt des Programms unterstreicht.

Die Notwendigkeit für solche Programme ist groß. Prognosen deuten darauf hin, dass der Lehrkräftemangel in den nächsten Jahren weiter zunehmen wird. Bis 2035 wird ein jährlicher Einstellungsbedarf von etwa 463.000 neuen Lehrkräften erwartet, während das Neuangebot auf lediglich 395.000 Personen geschätzt wird, was zu einem potenziellen Mangel von 68.000 Lehrkräften führen könnte. Die Abbrecherquote im Lehramtsstudium sollte ebenfalls gesenkt werden, um die Situation nachhaltig zu verbessern.

Langfristige Perspektiven

Die Herausforderungen des deutschen Bildungssystems sind zyklisch und stehen im Zusammenhang mit Geburtenzahlen und Studienwahlentscheidungen. Historisch betrachtet hat es in Deutschland immer wieder Phasen des Lehrkräftemangels und -überschusses gegeben. Aktuelle Geburtenzahlen zeigen einen Rückgang, was die zukünftigen Schülerzahlen beeinflussen könnte. Trotzdem wird für die kommenden Jahre ein Anstieg der Schülerzahlen um etwa 1,3 Millionen erwartet, was ein größeres Bedürfnis nach qualifizierten Lehrkräften zur Folge hat.

Die HMT hat mit ihrem neuen Angebot eine wichtige Initiative gestartet, um dem Lehrkräftemangel entgegenzuwirken. Angesichts der Herausforderungen in der Bildung wird es entscheidend sein, dass ähnliche Programme in anderen Fachbereichen und Regionen entwickelt werden, um die Qualität der Ausbildung zu sichern und alle Schüler:innen bestmöglich zu unterstützen. Weitere Informationen zu diesem Thema finden sich bei NDR, bpb, und [Titel].

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