
Am 4. April 2025 wurde der Kunst-am-Bau-Wettbewerb für die Alice Salomon Hochschule in Hellersdorf entschieden. Der Siegerentwurf, der unter dem Titel „Billboard Pavillon“ von Künstler Matthias Braun eingereicht wurde, setzte sich eindrucksvoll gegen neun weitere Mitbewerber:innen durch. Die Jury, unter dem Vorsitz von Henrik Mayer, empfahl einstimmig diesen Entwurf, der für seine starke Präsenz und die Verbindung zur Identität der Hochschule gewürdigt wurde. Der Gewinnerentwurf beinhaltet eine Skulptur, die ein Zitat von Alice Salomon (1872–1948) aufgreift: „To make the world a better place to live in“.
Die Jury hob hervor, dass der vergoldete Schriftzug auf die Vergangenheit von Salomon verweist und zudem in der heutigen Zeit von großer Relevanz ist. Das Kunstwerk wird sowohl von der Mensa als auch von den Fluren der Obergeschosse sichtbar sein. Der Wettbewerb, der von der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt organisiert wurde, war nichtoffen und einphasig. Die Realisierungskosten des Kunstwerks sind auf bis zu 194.500 Euro angesetzt.
Platzierungen und weitere Entwürfe
Die Plätze zwei und drei wurden an Martin Zellerhoff und Susanne Pittroff vergeben. Zellerhoff präsentierte den Entwurf „Schwamm drüber – Demokratie ist lustig!“, während Pittroff mit ihrem Konzept „UPSTAIRS, DOWNSTAIRS“ überzeugte. Der Wettbewerb stellte wichtige Fragen zur gesellschaftlichen Verantwortung und der Position der Hochschulangehörigen, und die Werke sollen ein verbindendes Element innerhalb der Hochschulgemeinschaft schaffen.
Aber der Kunst-am-Bau-Wettbewerb war nicht die einzige künstlerische Initiative, die zurzeit Aufsehen erregt. Ein weiteres bemerkenswertes Projekt ist die Schaffung von drei Skulpturen durch Emilia Neumann für das RheinMain CongressCenter (RMCC). Diese Skulpturen werden im Frühjahr dauerhaft auf dem Rasen vor dem Kongresszentrum installiert. Neumann setzte sich in einem nichtoffenen Wettbewerb gegen sieben andere Künstler durch. Ihre Skulpturen thematisieren Wasser und sind aus im Guss eingefärbtem Beton gefertigt, wobei die höchste Skulptur knapp drei Meter hoch ist.
Politik und Kunst
Neumann hat enge Verbindungen zur Architektur Wiesbadens und profitiert von einer beeindruckenden Karriere, die bereits mehrere Preise und Stipendien umfasst. Ihre Arbeiten sind in der Sammlung zeitgenössischer Kunst der Bundesrepublik Deutschland vertreten. Gleichzeitig findet im RMCC vom 2. bis 6. Dezember 2022 die Ausstellung „Triangle of Sadness“ statt. Diese Ausstellung zeigt sowohl den Siegerentwurf als auch Modelle aller eingereichten Entwürfe und gewährt dem Publikum freien Eintritt.
Im Kontext dieser Entwicklungen ist auch das Kunstwerk „Lauda Musica“ des Künstlers Kai H. Krieger hervorzuheben. Dieses wurde im Treppenaufgang des Erweiterungsbaus des Frauenlob-Gymnasiums vorgestellt. Der Erweiterungsbau, der eine Mensa sowie Klassen- und Aufenthaltsräume beinhaltet, ist durch eine verglaste Schnittstelle mit dem denkmalgeschützten Altbau verbunden. Krieger beschreibt sein Kunstwerk, das aus Farbfeldern in leuchtenden Tönen besteht, als eine Botschaft der Ermutigung.
Die verschiedenen Projekte verdeutlichen den fortwährenden Dialog zwischen Kunst und Gesellschaft. Ob an der Hochschule, im CongressCenter oder im Gymnasium – die jeweiligen Werke setzen sich mit Fragen der Identität, Verantwortung und dem kulturellen Erbe auseinander und leisten so ihren eigenen Beitrag zur städtischen und kulturellen Landschaft.