
Das Deko-Geschäft Depot in Neubrandenburg wird voraussichtlich schließen. Laut Nordkurier läuft bereits ein Ausverkauf, bei dem 50 Prozent Rabatt auf alle Artikel gewährt werden. Einige Regale sind bereits leer und sorgen für einen Anblick des nahenden Endes. Bislang gibt es jedoch keine offizielle Bestätigung zur Schließung der Filiale im Marktplatzcenter.
Die Muttergesellschaft, die Gries Deco Company, beantragte im Juli 2024 Insolvenz. Dies geschah aufgrund schwerwiegender finanzieller Schwierigkeiten, die durch eine Kombination aus gestiegenen Kosten, Konsumzurückhaltung und durch Pandemiefolgen verursacht wurden. In der Folge wurden viele Filialen geschlossen, darunter Standorte in Berlin und Hamburg. Auch die Zukunft der Filialen in Rostock und Schwerin bleibt ungewiss. Zudem ist geplant, die Station im Wismarer Marktkaufcenter noch in diesem Monat zu schließen.
Schließungen und Abwicklungen
Im November 2024 kündigte Geschäftsführer Christian Gries an, dass unprofitable Läden konsequent geschlossen werden. Rund ein Drittel der 300 Filialen sollen überprüft werden, insbesondere im Hinblick auf auslaufende Mietverträge. Der laufende Abwicklungsprozess des Unternehmens wird zum 31. Mai vorbereitet, und einige Mitarbeiter werden Kündigungen erhalten. Der verbleibenden Zukunft des Unternehmens hängt stark von Verhandlungen mit externen Investoren ab, unter anderem vom Discounter Tedi.
Ralph Teuber, der Manager des Marktplatzcenters, arbeitet an einer Lösung für die Verkaufsfläche, da leerstehende Geschäfte ein Problem darstellen können. Auffällig ist die Eröffnung eines neuen Ladens für Damenmode, „Liberty Woman“, im Center. Im Gegensatz dazu mussten einige Unternehmen wie Hussel und Gamestop schließen.
Marktintegration und Wettbewerb
Depot ist nicht das einzige Unternehmen, das in der aktuellen wirtschaftlichen Lage kämpft. Ähnliche Schicksale erlitten andere Einzelhändler in Deutschland. Wie Spiegel berichtet, schließt Depot in den kommenden Monaten mindestens 27 Filialen. Die wachsende Konkurrenz von Discounter-Marken wie Action und Temu trägt zur unsicheren Zukunft im Deko-Segment bei.
Einen Überblick über die Insolvenzen in der Einzelhandelsbranche gibt auch der Blog der DHBW, der beschreibt, dass viele Unternehmen mit gestiegenen Betriebskosten, einem veränderten Konsumverhalten und einer anhaltenden Kaufzurückhaltung der Verbraucher zu kämpfen haben. Im Jahr 2024 meldeten zahlreiche Einzelhändler Insolvenz an, mit Depot und der Gries Deco Company an vorderster Front.
Die momentane Situation zeigt deutlich die Herausforderungen im Einzelhandel, in dem sich viele Unternehmen anpassen müssen, um langfristig zu überleben. Während das Marktplatzcenter mit einer Leerstandsquote von nur 4 Prozent relativ gut dasteht, bleibt abzuwarten, wie sich die Entwicklungen um die Depot-Filiale und deren Zukunft gestalten werden.