
Vor dem Hintergrund wachsender antisemitischer Vorfälle hat der Hamburger Senat eine umfassende Landesstrategie beschlossen, die darauf abzielt, Antisemitismus in der Stadt aktiv zu bekämpfen und das jüdische Leben zu fördern. Die Strategie, die 124 Seiten umfasst, enthält insgesamt 157 Maßnahmen, die unter anderem die Schaffung einer Bildungsstelle, den Ausbau des hamburgisch-israelischen Jugendaustauschs sowie den Wiederaufbau jüdischer Einrichtungen beinhalten, wie die Bornplatzsynagoge. Diese Initiativen wurden von Gleichstellungssenatorin Katharina Fegebank (Grüne) vorgestellt, die betonte, dass Antisemitismus „unser Zusammenleben“ bedrohe und Deutschland als Staat verpflichtet sei, dem entschlossen entgegenzutreten. Laut Berichten von faz.net haben die antisemitischen Straftaten in Hamburg seit dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 stark zugenommen; die Polizei registrierte bis zu diesem Zeitpunkt 235 Vorfälle, der durchschnittliche Wert der Vorjahre lag bei rund 80.
Umfassende Maßnahmen zur Bekämpfung von Antisemitismus
Die Strategie wurde in einem ressortübergreifenden Prozess entwickelt und erfordert die Mitwirkung von allen Behörden und der öffentlichen Verwaltung. Sie ist auf fünf Grundprinzipien und zahlreiche Ziele ausgerichtet, die eine nachhaltige Verankerung der Antisemitismusbekämpfung in allen relevanten Institutionen sicherstellen sollen. Ein zentraler Bestandteil ist die Planung der Bildungsstätte, die aufklären und Ausbildungsangebote gegen Antisemitismus schaffen soll, wie das Hamburg.de berichtet. Darüber hinaus wurde der Antisemitismusbeauftragte Stefan Hensel für eine zweite Amtszeit bestellt, um die Sichtbarkeit des jüdischen Lebens sowie die Rechte der Betroffenen zu fördern. „Jetzt gilt es, schnellstmöglich in die Umsetzung der Vorhaben zu kommen“, erklärte Hensel, der von der Geschäfteleitung der Jüdischen Gemeinde in Hamburg, David Rubinstein, unterstützt wird, der auf die gesellschaftliche Relevanz des jüdischen Lebens in Hamburg hinwies.