
Am 25. März 2025 war Berlin Schauplatz des Petersberger Klimadialogs, einer wichtigen Vorbereitungsveranstaltung für die anstehende Weltklimakonferenz in Brasilien. André Corrêa do Lago, der designierte Präsident der Konferenz, betonte in seiner Eröffnungsrede die dringliche Notwendigkeit internationaler Kooperation sowie Solidarität im Kampf gegen die Erderhitzung. Diese Bemühungen sind besonders relevant im Kontext des ersten Kalenderjahres über der 1,5-Grad-Grenze nach dem Austritt der USA aus dem Pariser Abkommen.
Corrêa do Lago hob hervor, dass ein zentrales Thema der kommenden Konferenz die Beschaffung von 1,3 Billionen US-Dollar Klimafinanzierung bis 2035 sein wird. Diese Summe wurde bereits bei der letzten Weltklimakonferenz in Baku versprochen und unterstreicht die Dringlichkeit, private sowie öffentliche Investitionen zu mobilisieren. Ein Großteil der privaten Klimaschutzgelder fließt momentan in Industrie- statt in Entwicklungsländer, was unequitable Auswirkungen auf die globale Klimaberichterstattung hat.
Klimafonds und internationale Zusammenarbeit
Ein Teil der angestrebten Finanzierung könnte aus Abgaben für die Luft- und Schifffahrt sowie Steuern auf fossile Brennstoffe stammen, wobei Corrêa do Lago in seiner Ansprache darüber hinaus keine Erwähnung fossiler Brennstoffe fand. Jennifer Morgan, eine führende Klimadiplomatin Deutschlands, bezeichnete die gegenwärtige Situation als herausfordernd, stellte jedoch fest, dass das Pariser Abkommen nach wie vor stark ist. Aktivistin Luisa Neubauer betonte die „wehrhafte“ Stimmung bezüglich des US-Austritts und den Fortbestand des 1,5-Grad-Ziels.
Die Minister*innen sind sich einig, dass die Erreichung der Klimaziele eine deutliche Mobilisierung erfordert. Die EU-Kommission, unter dem Vorsitz von Ursula von der Leyen, hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2040 die CO2-Emissionen um 90 Prozent im Vergleich zu 1990 zu senken. Dieses Ziel steht jedoch unter Druck, da Widerstand aus verschiedenen Mitgliedstaaten wie Polen und Italien kommt. Die CDU-nahe Denkfabrik Centrum für europäische Politik schlägt eine Reduzierung zwischen 78 und 88 Prozent vor, während der klimawissenschaftliche Beirat der EU-Kommission eine drastischere Reduzierung von 90 bis 95 Prozent empfiehlt.
Das Pariser Abkommen im Fokus
Das Übereinkommen von Paris, das am 12. Dezember 2015 in Paris beschlossen wurde, verfolgt mit drei Hauptzielen die Bekämpfung des Klimawandels: die Beschränkung des Anstiegs der globalen Durchschnittstemperatur, die Senkung von Emissionen sowie die Lenkung von Finanzmitteln. Ziel ist es, den Temperaturanstieg auf maximal 1,5 Grad Celsius zu beschränken, auf jeden Fall aber unter zwei Grad zu halten.
In der zweiten Hälfte des Jahrhunderts dürfen nicht mehr klimaschädliche Gase ausgestoßen werden, als durch Kohlenstoffsenken entzogen werden. Zur Erreichung der Treibhausgas-Neutralität ist eine schnelle und konsequente Dekarbonisierung der Weltwirtschaft unumgänglich. Das Abkommen, das im November 2016 in Kraft trat, bindet alle Staaten der Erde, im Gegensatz zum Kyoto-Protokoll. Staaten sind verpflichtet, nationale Klimabeiträge (NDC) zu erarbeiten und regelmäßig über die Fortschritte zu berichten.