
Die Veranstaltung „Rostock singt“, auch bekannt als „Rosi“, feiert in diesem Jahr ihr siebenjähriges Bestehen. Das beliebte Event, das Menschen in Rostock zusammenbringt, um gemeinsam zu singen, findet derzeit im ehemaligen Schifffahrtsmuseum statt. Doch die Freude über das gemeinschaftliche Musizieren wird durch strenge Brandschutzvorschriften getrübt. Am letzten Dienstag mussten mehrere Besucher abgewiesen werden, da die maximale Besucheranzahl von 100 Personen aufgrund dieser Vorschriften nicht überschritten werden durfte. Dies wirft Fragen zur Zukunft der Veranstaltung auf, die am kommenden Dienstag erneut ansteht. NDR berichtet, dass der Museumsverein seit 2019 über diese Begrenzung informiert sei, jedoch bislang keine Lösung zur Umsetzung gefunden haben.
Der Eigenbetrieb Kommunale Objektbewirtschaftung und -entwicklung (KOE) Rostock war ebenfalls über die strengen Brandschutzauflagen in Kenntnis. Der Museumsverein plant nun Gespräche mit dem KOE, um mögliche Alternativen zu entwickeln. Ob die nächste Veranstaltung trotz dieser Unsicherheiten stattfinden kann, bleibt abzuwarten. Eine begrenzte Besucherzahl könnte die Veranstaltung zudem finanziell unrentabel machen, was das Engagement von Künstlern und Organisatoren gefährdet.
Inspiration durch die Gemeinschaft
Die Idee hinter „Rostock singt“ stammt von einer Gruppe leidenschaftlicher Musiker und Musikpädagogen. Gregor Siegmund, ein Gitarrist und Gitarrenlehrer, gründete dieses offene Chor-Band-Projekt 2017, motiviert durch die Freude am gemeinsamen Singen, unterstützt von Instrumentalbegleitung. Seine Rückkehr nach Rostock im Jahr 2002 nach einem Musikstudium und verschiedenen Kammermusik-Konzerten, sowohl im In- als auch im Ausland, prägte sein Engagement für das Musikleben der Stadt.
Nora Reinhardt, eine talentierte Sängerin und Musikpädagogin, unterstützt seit Dezember 2019 die Rosi-Familie. Neben ihrer Arbeit im Chor unterrichtet sie Gesang und schreibt Songs für ihr Soloprojekt „NORA“. Ihr musikalischer Werdegang begann mit einem Studium der Gesangspädagogik und einem Master in Musikwissenschaft in Rostock.
Der abwechslungsreiche Hintergrund der Rosi-Künstler bezieht sich auch auf persönliche Geschichten und Erfolge in der Musikszene. Golo Schmiedt, der nach Jahren in Berlin zurück nach Rostock kam, und Andreas Jäckel, der Frontsänger der Ostrock-Coverband “Rostrock”, sind nur einige weitere Mitglieder des Ensembles. Jeder bringt seine individuelle musikalische Expertise mit, was „Rostock singt“ zu einem bunten Erlebnis macht.
Die Herausforderung der Durchführung
Ein weiterer prominenter Teilnehmer ist Andreas Böhm, der die musikalische Leitung bei „Antigone – eine Recherche“ innehatte und nun seit Oktober 2022 Teil der Rosi-Familie ist. Musiker wie Lena Hespe, Maik Nürnberger und Pia Rademann tragen ebenfalls zur Vielfalt und Qualität des Programms bei. Zusammen tragen sie zur lebendigen Musikszene in Rostock bei, die sich nicht nur auf „Rostock singt“ beschränkt, sondern auch bei vielen anderen kulturellen Veranstaltungen in der Stadt glänzt.
Doch die anhaltenden Herausforderungen durch die Brandschutzauflagen werfen einen Schatten auf die Zukunft von „Rostock singt“. Die Organisatoren müssen dringend Lösungen finden, um sicherzustellen, dass diese beliebte Veranstaltung nicht nur erhalten bleibt, sondern auch weiterhin für die Bürgerinnen und Bürger von Rostock zugänglich ist. Die Unsicherheit über die Durchführung der kommenden Events und die Auswirkungen auf die finanzielle Tragfähigkeit drängen den Museumsverein und die verantwortlichen Stellen, zeitnah Handlungsspielräume zu eruieren. Rostock singt bleibt somit ein Symbol für Gemeinschaft und kulturelle Lebensfreude, das unter schwierigen Bedingungen um seine Existenz kämpfen muss.