
Am 24. Februar 2025 fand die Bundestagswahl im Wahlkreis Oberhavel – Havelland II in Brandenburg statt. Die Wahlbeteiligung war mit 83,9 Prozent bemerkenswert hoch und stieg um 5,6 Prozentpunkte im Vergleich zur letzten Wahl. Diese Wahl war besonders im Kontext einer Wahlrechtsreform relevant, die im März 2023 beschlossen wurde und grundlegende Änderungen im Wahlsystem mit sich brachte.
Die Alternative für Deutschland (AfD) konnte im Wahlkreis die meisten Erststimmen auf sich vereinen, erzielte 30,8 Prozent der Stimmen. Allerdings verpasste der AfD-Kandidat Andreas Galau den Einzug in den Bundestag, da die notwendigen Zweitstimmen für die Abdeckung seines Wahlkreissieges fehlten. Nach dem neuen Wahlrecht müssen Wahlsiege durch ausreichende Zweitstimmen gedeckt sein, was zur Folge hatte, dass Galau von der Liste fiel, da nicht genügend Sitze für alle erfolgreichen Direktkandidaten der AfD zur Verfügung standen. Uwe Feiler von der CDU konnte mit 24,8 Prozent der Erststimmen über die Landesliste in den Bundestag einziehen.
Detailierte Wahlergebnisse
Die Zweitstimmenverteilung im Wahlkreis ergab folgende Ergebnisse:
- AfD: 29,3 Prozent (+13,4)
- CDU: 21,7 Prozent (+4,4)
- SPD: 15,4 Prozent (−13,2)
- Linke: 9,3 Prozent (+2,8)
- BSW: 8,7 Prozent (unverändert)
- Bündnis 90/Grüne: 8,4 Prozent (−2,3)
- FDP: 3,6 Prozent (−6,6)
Die Wahl brachte zudem interessante Insights zu den Erststimmen. Andreas Galau von der AfD erhielt 64.556 Stimmen, während Uwe Feiler von der CDU 51.984 Stimmen und Ariane Fäscher von der SPD 41.822 Stimmen erreichten. Die weiteren Ergebnisse der Erststimmenverteilung waren wie folgt:
- Annabell Rattmann (Linke): 19.831 Stimmen (9,51 %)
- Linda Weiß (Grüne): 13.889 Stimmen (6,61 %)
- Stefanie Gebauer (Freie Wähler): 6.804 Stimmen (3,31 %)
- Ralf Tiedemann (FDP): 6.039 Stimmen (2,91 %)
- Corinna Mettler (Die Partei): 4.367 Stimmen (2,11 %)
Soziodemografische Rahmenbedingungen
Der Wahlkreis zeichnet sich durch eine Einwohnerdichte von 143 Einwohnern pro km² aus. DerNettoeinkommen pro Person liegt bei 23.670 Euro pro Jahr, während 49 Bürgergeldempfänger pro 1.000 Einwohner verzeichnet werden. Zudem beträgt der Anteil der über 60-Jährigen in der Bevölkerung 32,2 Prozent und der Ausländeranteil liegt bei 5,5 Prozent. Die Pkw-Dichte ist mit 580 Fahrzeugen pro 1.000 Einwohner vergleichsweise hoch.
Die Wahlrechtsreform, die für diese Bundestagswahl von zentraler Bedeutung war, begrenzt die Anzahl der Abgeordneten im Bundestag auf 630 und verändert die Sitzverteilung stark, sodass die Zweitstimmen entscheidend für das Kräfteverhältnis im Parlament werden. Die Reform hat auch zum Wegfall von Ausgleichs- und Überhangmandaten geführt. Dies führte dazu, dass im aktuellen Bundestag, der statt vorher 733 Abgeordneten, nun nur noch 630 Sitze umfasst, die Erststimme an Bedeutung verliert.
Die Bundestagswahl 2025 wird von dem politischen Umbruch begleitet, der mit dem Rauswurf des ehemaligen Finanzministers Christian Lindner (FDP) und dem darauf folgenden Bruch der Ampelkoalition im November 2024 begann. Nach der vollständigen Auszählung der Stimmen werden die endgültigen Wahlergebnisse, wie von den Landeswahlleitungen angekündigt, veröffentlicht. Der nächste reguläre Wahltermin wird voraussichtlich im Frühjahr 2029 liegen.
Für weitere Informationen über das Wahlsystem und die Reformen, die die Bundestagswahl betreffen, können Sie die Details auf rbb24, die vorläufigen Ergebnisse auf Zeit und die umfassenden Erklärungen zu den Wahlrechtsänderungen auf Das Parlament nachlesen.